Astrologie der Reformationszeit - Faust, Luther, Melanchthon und die Sternendeuterei

Im Herbst 1998 erschien mein Buch "Astrologie der Reformationszeit - Faust, Luther, Melanchthon und die Sternendeuterei" im Clemens-Zerling-Verlag Berlin heraus. Es enthält neben vielen ausführlichen, an das astrologischen Fachpublikum gerichteten Informationen über jene Zeit auch den kompletten Abdruck der Astronomia Teutsch, eines astrologischen Lehrbuches aus dem 16. Jahrhundert.

196 Seiten, gebunden, Clemens-Zerling-Verlag, ISBN-10: 3884680692; ISBN-13: 978-3884680698

Das Buch ist im Hardcover oder als Kindle-eBook erhältlich, siehe Links auf dieser Seite.

Texte des Buches wurden in der Österreichischen Website 'Sternenwelten' veröffentlicht.

Das Buch wurde aufgrund seiner wissenschaftlichen Qualität in die Rubrik 'Horoskop' von Wikipedia Deutschland aufgenommen.


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Es gibt viele Wege, die Astrologie kennenzulernen. Einer davon ist, sich mit einer Kulturepoche zu befassen, in der die Astrologie in voller Blüte stand. Über das Studium der Biographien einzelner Gestalten der Astrologiegeschichte darf man hoffen, der Praxis der Astrologie näherzukommen.

Wer diesen Weg gehen will - oder wer sich einfach von dem bunten und lebensfrohen Panorama bezaubern lassen will, das der Verfasser von der Zeit des Humanismus und der Renaissance vor unseren Augen enthüllt, - dem sei die Astrologie der Reformationszeit wärmstens empfohlen.

In zwölf Kapiteln - den Tierkreiszeichenthemen entsprechend - führt uns der Autor zwölf verschiedene Blickwinkel vor, unter denen sich das Thema Astrologie zur Reformationszeit darbietet. Es ist die Zeit wahnwitziger Sintflutprognosen, die Zeit gewaltiger politischer und religiöser Umbrüche. Die Bauernkriege sind der Anfang vom Ende der Feudalherrschaft. Mit der Reformation erlebt das Christentum die seit seiner Gründung wohl schwersten Erschütterungen. Buchdruck und Universitätsgründungen stehen für ein Ende des "finsteren Mittelalters", für eine Zeit, in der Bildung und Geist wieder zu ihrem Recht kommen - obwohl sich zugleich finsterster Aberglaube verbreitet, obwohl eine Inquisition mit ihren Massenmorden beginnt.

Was Wunder, daß auch die Lebensbeschreibungen der Astrologen aus dieser Zeit sich beinahe wie ein Roman lesen, so bewegt sind sie. Hoppmann erzählt uns von Johannes Carion und seinen astro-politischen Verwicklungen, von Johann Stöfflers mißverständlicher Ephemeriden-Randbemerkung, von Giordano Bruno, Lucas Gauricus, Johannes Schöner - und natürlich von jenem legendären Doktor Johann Faust, der bereits im Buchtitel angekündigt ist. Auch der grimmige Astrologiegegner Pico della Mirandola kommt zu Wort, der sich schon damals über die "Dreistigkeit" empörte, "mit der sich die Astrologie dem Kreis der Wissenschaften zugesellt".

Die genannten Astrologen (nicht Pico, natürlich) gehören in den Umkreis des Reformators Philipp Melanchthon, dessen Leben und Wirken an der Wittenberger Leucorea eine Art inneres Band dieses Buchs darstellt. Einige Leckerbissen, bislang nur in Latein verfügbar, werden erstmalig in deutscher Sprache vorgestellt: Der erste Teil der berühmten Oratio Dignitate Astrologiae, 1535 von seinem Schüler Jacob Millich gehalten, und der als Vorrede für Sacroboscos 'De Sphaera' verwendete Brief Melanchthons an den Astrologen Simon Gryneus, hier in voller Länge gedruckt.

Das Buch ist reich und ansprechend mit Abbildungen verziert. Den Kapiteln folgen Auszüge aus der 'Astronomia Teutsch' (1583) mit Deutungstexten über die Zeichen und Planeten und mancherlei weiteren Angaben, so über den Aderlass, über Sonnenuhren und "der Stunden Regenten und Erwehlungen in allen Anfängen".

Eine sehr empfehlenswert Lektüre für alle Freunde der Astrologie!

[Rezension: Dr. Rüdiger Plantiko]



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